Kleiner Verein mit Welterfolgen
Maybrit Jahn (von rechts) und Ulrich Rebling vom TRC-Vorstand mit Helgrit Gebhardt vom Landessportbund, Carola Schulz vom Kreissportbund sowie den Nachwuchs-Sportlern Friedrich Ebert, Mateo Gumtz, Thorben Prox, Nele Braunschweig und Emil Eulenberg bei der 120-Jahr-Feier des Vereins. Foto: Torsten Prox
Von Torsten Prox und Anke Hoffmeister
Der Tangermünder Ruderclub v. 1906 e. V. feiert in diesem Jahr sein 120-jähriges Bestehen. Mit Gästen aus Sport, Politik und hrenamt erleben sie einen besonderen Tag an „Geburts“- und Vereinsstätte.
120 Jahre Rudersport in Tangermünde – diese Tatsache sorgte vor wenigen Tagen für ein besonderes und seit langer Zeit vorbereitetes Fest auf dem Gelände des Tangermünder Ruderclubs von 1906 (TRC).
Wie tief der Rudersport mit der Geschichte der Stadt und deren Menschen verwurzelt ist, wurde im Laufe der Feierstunde noch einmal allen Anwesenden deutlich.
Sportbegeisterte, Weggefährten und Vertreter aus Ehrenamt, Verwaltung, Politik und vor allem auch aus anderen Vereinen der Stadt waren dabei, als TRC-Vorsitzender Ulrich Rebling in seiner Rede die sportlichen Erfolge und die bewegte Geschichte des Vereins Revue passieren ließ – von den bescheidenen Anfängen im Jahr 1906 bis zur heutigen, lebendigen Vereinsgemeinschaft.
Stolz auf die Geschichte
Zu den bedeutendsten Meilensteinen in der 120-jährigen Geschichte zählt jener von 1932. Walter Meyer, der das Rudern einst beim Tangermünder Ruderclub erlernte, holte in jenem Jahr die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Los Angeles (USA). Bis heute wird das mit Stolz erzählt.
1988 zog Ulrich Rebling selbst nach, als er Gold bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Italien gewann. Auch im Parasport glänzt der TRC mit Gold. Kathrin Wolff sicherte sich 2007 den Weltmeistertitel bei den Para-Weltmeisterschaften in München und belegte 2008 bei den Paralympics in Peking (China) einen starken vierten Platz.
Tangermündes Bürgermeister Steffen Schilm (parteilos) nutzte diesen besonderen Tag nicht nur, um zu gratulieren. Er überreichte dem Verein Auszüge aus dem Tangermünder Stadtarchiv, die die 120-jährige Geschichte des Clubs dokumentieren. Außerdem erklärte er die geplante Entschlammung des Hafens, die künftig weiteren Wassersport in Tangermünde ermöglichen soll.
Helgrit Gebhardt, Vizepräsidentin des Landessportbundes Sachsen-Anhalt, betonte in ihrer Rede die Bedeutung des Sports für das Bundesland und die Fördermöglichkeiten durch den Landessportbund. Carola Schulz, Vorsitzende des Kreissportbundes Stendal, richtete den Blick auf das Ehrenamt und dessen unverzichtbaren Beitrag zum Vereinsleben.
Einen besonders persönlichen Akzent setzte Wolf Hartmann, der ein Buch über Walter Meyer herausgegeben hat. Er würdigte in seiner Rede die außergewöhnliche sportliche Laufbahn des Olympiasiegers.
Passend dazu war auch Mathias Zander vom Berliner Ruderclub zur Jubiläumsfeier nach Tangermünde gekommen – von jenem Verein, bei dem Walter Meyer nach seinen Tangermünder Anfängen ebenfalls trainierte. Zander überreichte dem Tangermünder Ruderclub die Kopie einer Kohlezeichnung von Walter Meyer aus dem Archiv des Berliner Vereins. In seiner Ansprache erinnerte er zudem an weitere Tangermünder Sportler, die im Laufe der Jahre den Weg in den Berliner Ruderclub gefunden hatten.
Anlässlich dieses besonderen Tages wurden jene jungen Ruderer des TRC, die beim Bundeswettkampf im Juli dieses Jahres in Münster zahlreiche Erfolge errungen hatten, geehrt: Emil Eulenberg, Nele Braunschweig, Mateo Gumtz, Friedrich Ebert und Thorben Prox.
Außerdem nutzte Carola Schulz dieses Miteinander und zeichnete Ulrich Rebling im Namen des Landessportbundes Sachsen-Anhalt mit der Ehrennadel in Silber für seine langjährigen Verdienste um den Rudersport aus.